Die Kraft der Persönlichkeit – viele nutzen dieses unbezahlbare Geschenk nie

Haben Sie schon mal versucht, sich zu verändern? Ist ganz schön schwer, oder?

Das sagt auch der Hirnforscher Gerhard Roth. Dass jeder Mensch einzigartig ist – wie Psychologie und Hirnforschung nachweisen – hat mit den vielen Eindrücken zu tun, die im Laufe des Lebens auf ihn einwirken. Das fängt schon vor der Geburt an; was die Mutter erlebt, prägt den Fötus und formt seine Seele. Die habe, sagt Roth, ihren Sitz im Gehirn.

Schon von Anfang an entfalten wir also unsere Eigenarten. Und damit eine Matrix, wie wir die Welt sehen, wie wir fühlen, wie wir handeln, wie neugierig wir sind, wie wagemutig oder ängstlich.

Ob die Seele sich wirklich im Gehirn aufhält, sei einmal dahingestellt. Tatsache ist, dass die Erlebnisse des Menschen seine Persönlichkeit prägen. Der Mensch steht im fortwährenden Austausch mit seiner Umwelt. Wir können einen selbstbestimmten Umgang mit den unterschiedlichen Ereignissen entwickeln, auch mit den ganz schwierigen, sogar mit den erschreckenden. Wir können entscheiden und eingreifen.

Ein einzigartiger Strauß aus alten Gewohnheiten, neuen Erlebnissen, Entscheidungen und innerer Haltung, das ist Ihre Persönlichkeit.

Jedes neue Erlebnis verändert und festigt die Art und Weise, wie Sie sind. Deshalb wird es auch mit zunehmendem Alter nicht schwerer, sich zu verändern und mehr Selbst zu werden. Es sei denn, man erlebt nichts Neues mehr.

Sind Sie mit sich glücklich?

Fast alle Menschen, mit denen ich früher therapeutisch gearbeitet habe, kamen zwar mit einem Problem, das sie lösen wollten. Doch in Wahrheit empfanden sie sich selbst als das größte Problem.

Die meisten hatten die Idee, jemand anders zu werden. Schön und schlank. Nie verärgert. Immer lieb und nett. Ordentlich statt chaotisch. Mutig wie Supermann. Nie mehr ängstlich. Nie mehr „peinlich“. Ständig erfolgreich. Reich wie Bill Gates.

Das birgt den Wunsch, beliebt und bewundert zu werden. Doch warum sind beliebte und bewunderte Menschen selten wirklich froh und glücklich?

Beliebt sein ist nicht das Gleiche wie geliebt werden. Und wer bewundert wird, vermisst die Nähe und Zugehörigkeit und oft die echte Anerkennung.

Wenn Sie also unzufrieden mit sich sind, was fehlt Ihnen?

  • Geliebt werden? Lieben?
  • Eine erregende Aufgabe?
  • Anerkennung?
  • Unterstützung?
  • Ein sinnvoller Umgang mit Fehlern und „Macken“?

Übrigens war die Therapie damals immer dann zu Ende, wenn sich der Klient oder die Klientin mit sich selbst angefreundet hatte. Und wenn er oder sie dem Wunsch nach mehr und neuer Verbindung mit anderen Menschen einen Platz im Leben freigeräumt hatte.

3 Voraussetzungen für die Kraft der Persönlichkeit

Wenn Sie die Kraft Ihrer Persönlichkeit entfalten wollen, sollten Sie diese drei Voraussetzungen bedenken:

  1. Sie sind, wer Sie sind! Mit allen Ihren Eigenschaften, hilfreichen und unzulänglichen.
  2. Sie entscheiden und handeln nicht ausschließlich rational, sondern zu einem guten Teil emotional.
  3. Sie sind sozial. Wie passt Ihr Verhältnis zu KollegInnen, FreundInnen, Mitarbeitern und Familie zu Ihnen, zu Ihrer Persönlichkeit?

Es ist nicht einfach, sich diese drei Punkte, das Potenzial Ihrer Persönlichkeit, genau anzugucken. Denn jeder hat auch unschöne Eigenschaften. Sie auch? Das könnte Sie kränken.

Wer in entscheidenden Situationen emotional statt vernünftig handelt, legt sich damit eventuell Probleme zu. Die wollen dann gelöst werden, sinnvoll, auf persönliche Art und Weise.

Ein gutes Verhältnis zu anderen entsteht dadurch, dass man sich einlässt, sich selbst zeigt und sich für den anderen interessiert. Und mit dessen „Unarten“ klarkommt.

Entdecken Sie Ihre Wirkung!

Und wozu das Ganze? Schön, Sie fühlen sich ein bisschen besser, weil Sie sich mit sich auseinandersetzen und vielleicht sogar anfreunden. Sie sind mehr bei sich, persönlich.

Deshalb wirken Sie. Sie nehmen Einfluss, einfach weil Sie so und nicht anders sind. Sie bewirken

  • die Stimmung mit, dort, wo Sie gerade sind,
  • Ihre Arbeitsergebnisse,
  • Ihre Laune, mit der Sie jeden Tag aufs Neue in den Betrieb kommen,
  • mit, wie engagiert alle mitdenken und sich anstrengen,
  • geringere Fehlzeiten, weil Sie gesünder sind,
  • verträgliche Veränderungen und stecken Mitstreiter an.

Sie prägen durch Ihre Persönlichkeit die Arbeitskultur entscheidend mit, die „Seele“ Ihres Arbeitsfeldes. Sie prägen einen guten Teil der Alltagskultur in Ihrem Freundeskreis und der Familie. In welcher Weise, das liegt ganz bei Ihnen. Bei Ihrer Persönlichkeit, Ihren Bedürfnissen und Entscheidungen.

Fazit

Die Persönlichkeit spiegelt das Leben eines Menschen wider:

  • Die Ereignisse,
  • seine Reaktionen darauf,
  • seine innere Haltung,
  • seine Entscheidungen,
  • seinen Umgang mit seinen Bedürfnissen.

Wer sich innerlich ständig kritisiert und unfreundlich mit sich selbst umgeht, bewirkt in seinem Arbeitsfeld und im Privaten wenig Positives für sich. Denn das wächst sich zu einer allgemein unfreundlichen Haltung aus, schafft Distanz zu anderen und lässt viele Bedürfnisse unerfüllt.

Wer sich dagegen konstruktiv mit sich selbst auseinandersetzt und sogar mit seinen Schwächen anfreundet, bewirkt leichter Wünschenswertes.


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