Die drei wichtigsten Gründe für Psychologisches Coaching

Bild: Raka Rachgo, Unsplash.com

Es gibt Menschen, die anders sind als die meisten. Viele denken von ihnen, sie hätten „einen an der Waffel“. Und tatsächlich finden Vorgesetzte und Kollegen sie oft unbequem und schwierig. Weil sie eigenwillig sind und sich nicht gut anpassen. Und weil sie anders denken. Um welche Menschen es sich handelt und warum sie ein psychologisches Coaching verdienen, darum geht es mir hier.

1. Die Lücke zwischen Psychotherapie und Coaching müssen wir schließen

Unsere psychologischen Gesundheitskonzepte basieren auf der simplen Unterscheidung zwischen krank und „normal“. An Symptomen macht sich fest, ob jemand als psychisch krank diagnostiziert wird. Welche Symptome und Symptomkomplexe zu welchen psychischen Krankheiten zugeordnet werden, ist im DSM-5 (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen, weltweit etabliert) und dem ICD 10 (deutsche Version) nachzulesen.

Die offiziell anerkannten Symptome psychischer Erkrankungen ändern sich mit der Veränderung des Menschenbildes im Laufe der Geschichte.

Diese Beliebigkeit der Diagnostik ist fatal für Menschen, die in das jeweilige Menschenbild nicht passen wollen. Man denke nur an die Verkürzung der Trauerzeit. Wenn Ihnen ein nahestehender Mensch, Ehepartner, Kind oder ein guter Freund stirbt, dürften Sie demnach heute noch exakt 14 Tage trauern. Wer länger braucht, gilt im allgemeinen als depressiv. Dagegen sah das DSM-3 von 1980 noch ein ganzes Jahr für die Trauer vor. Im DSM-4 von 2000 gab es nur noch zwei Monate. 14 Tage, das ist absurd! Trauer ist keine psychische Krankheit. Jeder Mensch braucht seine eigene Zeit.

Querdenker, komplex Denkende und linear Denkende

Querdenkern wird diese starre Diagnostik noch weniger gerecht als allen anderen Menschen. Und zwar deshalb, weil den psychischen Diagnosen eine lineare Auffassung zugrunde liegt. Querdenker folgen Prozessen. Sie führen ihre – teils gegensätzlichen und zeitversetzten – Beobachtungen intuitiv zusammen. Sie nehmen verschiedene Perspektiven ein, probieren aus und lassen wieder los, was nicht funktioniert. Sie hassen Einbahnstraßen im Denken wie in der Entwicklung des Zukünftigen.

Ganz anders die Mehrheit, die linear Denkenden, die vom Ist-Zustand aufs Ziel schließen. Und vom Symptom auf die Krankheit.

Diesen Menschen sind Querdenker suspekt. Können sie kein soziales Ansehen im Job aufbauen oder sich mit anderen Querdenkern zusammentun, stoßen sie daher auf massiven Widerstand. Viele machen solche entmutigenden Erfahrungen bereits in der Familie und in der Schule.

Sturheit, Risikobereitschaft und Unwille, sich anzupassen, bilden einen psychischen Schutz für ihr So-Sein, für ihre Neugier, ihre Ungeduld, für ihr Um-die-Ecke-Denken, ihren Hang, Verschiedenes auszuprobieren, und ihr scheinbar sprunghaftes Denken.

Die Abgrenzung der Coachingszene gegen Psychotherapie produziert eine fatale Lücke

Die Vorgabe für Coachs, nicht mit psychisch kranken Menschen zu arbeiten, führt zu Unsicherheiten. Denn die Coachingausbildungen sehen in der Regel keine ausreichende psychologische Schulung für die Differenzierung zwischen krank und gesund vor. Die meisten Coachs, die ich kenne, beteuerten mir (was bleibt ihnen auch anderes übrig?), dass sie den Coachees bei „merkwürdigen“ und „befremdlichen“ Verhaltensweisen eine Psychotherapie empfehlen.

Das ist fatal und fügt womöglich neue Verletzungen zu. Eine solche Empfehlung dient vorrangig dem Schutz des unzureichend ausgebildeten Coachs.

Weder „merkwürdig“ noch „befremdlich“ sind Hinweise auf tatsächliche psychische Erkrankungen.

Diese Lücke – in der Querdenker, Nonkonformisten und komplex Denkende vom Coaching hinten runterfallen – lässt sich schließen. Dafür bilden die humanistischen, ganzheitlichen und an Prozessen orientierten Therapieansätze den richtigen Hintergrund.

2. Seelische Verletzungen müssen Coachs verstehen und unterscheiden können

Vielen Coachs fehlt jegliche psychologische Vorbildung. Die ziemlich kurzen Ausbildungen sind zudem vollgestopft mit Wissen. Was meist fehlt oder im besten Fall nur gestreift wird, ist das Verständnis für die eigenen Reaktionen auf den Klienten. Und den persönlichen Weg zu finden, um das Fremde in ihm zu verstehen, braucht Zeit, Erfahrung und Ausdauer.

  • Selbsterfahrung in der Gruppe, Gruppendynamik
  • Ein Prozess, der die eigenen „Macken“ erlebbar macht, wie Lehrtherapie
  • Unterscheidung der Ebenen des Erlebens: Wahrnehmung, Empfindungen, Gefühle, Denken und Handlungsimpulse
  • Professioneller Umgang mit Übertragung und Gegenübertragung
  • Krisen erkennen und intervenieren.

Wer diese fünf Lernprozesse durchlaufen hat, kennt sich selbst und andere viel besser. Er wird seinen Coachees nicht sein persönliches Menschenbild überstülpen. Seine inneren Reaktionen weiß er für ein tieferes Verständnis des Klienten zu nutzen.

Wer seine eigenen Reaktionen direkt im Coachingprozess als subjektiv bewerten kann, ist in der Lage, sein Gegenüber als Anderen zu respektieren. Das ermöglicht dem Coach, die psychischen Verletzungen seines Gegenübers selbst dann zu würdigen, wenn er sie nicht nachvollziehen kann.

3. Querdenker und komplex Denkende initiieren Innovationen

Allmählich kommen Querdenker aus dem Querulanten-Verdacht heraus. Die Veränderungen durch Globalisierung und Digitalisierung verlangen dringend nach Visionen und Ideen. Es ist den meisten Unternehmensführungen klar, dass Querdenker denkbar geeignet sind, beim Übergang in die globale 4.0-Welt erfolgreich zu helfen.

Dennoch werden sie immer noch zu selten eingestellt. Die Gründe dafür liegen

  • im unterschiedlichen Denken,
  • in der Angst der Unternehmen vor Kontrollverlust in den Veränderungen,
  • im beschädigten Selbstwertgefühl der Querdenker.
Psychologisches Coaching stärkt die Selbstwirksamkeit

Nicht jeder ist ein erfolgreicher Innovator wie Henry Ford, der den langen Atem, das dicke Fell und das nötige Kleingeld besaß, um seinen Verbrennungsmotor durch viele Frustrationen und Rückschläge hindurch letzten Endes marktfähig zu machen.

Die vielen Ablehnungen, Ausgrenzung und gescheiterten Versuche, sich anzupassen, haben das Selbstbewusstsein der meisten Querdenker oft genug angegriffen. Wer das Gefühl hat, alleine zu stehen, wessen Auffassungen und Zukunftsdenken abgelehnt oder gar verlacht wird, muss stark bis zur Sturheit sein, will er sich selbst treu bleiben.

Ein psychologischer Coach kann gemeinsam mit dem Klienten dessen Stärken herausarbeiten und quergedachte Wege zu seinen eigenwilligen Zielen finden und begleiten.

Selbstwirksamkeit führt zu Wirksamkeit!

Indem Querdenker sich den linear Denkenden zu vermitteln lernen, erwerben sie soziales Ansehen.

Indem sie ihre Präsenz ermächtigen, gewinnen sie Respekt.

 

Querdenker gewinnen durch Psychologisches Coaching

Querdenker gewinnen durch Psychologisches Coaching

Weder die Psychotherapie noch Coaching wird Querdenkern, komplex Denkenden, Hochbegabten und anderen Nonkonformisten gerecht.

Diese Lücke schließt Psychologisches Coaching mit den Ansätzen der humanistischen Psychologie.

Ganzheitlich, wertschätzend, respektvoll und quer zum linearen Denken!


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