Bauchgefühl: Wie dieser sanfte Helfer Risiken minimiert

Ein Unternehmer muss Risiken eingehen, so heißt es immer. Aber was bedeutet es, ein Risiko einzugehen?

Doch wohl dieses: Sie treffen Entscheidungen, ohne genau zu wissen, wie sie sich in Zukunft auswirken.

Wenn Sie also für Ihr Unternehmen etwas entscheiden, brauchen Sie den Mut zum Ungewissen.

Und Sie werden auch ein wenig Angst vor einer Fehlentscheidung verspüren. Das ist normal.

Wie Ungewissheit Ihre Risiken dick füttert

Ungewissheit erzeugt Angst. Und Angst ist so ziemlich das hartnäckigste Gefühl, das es gibt. Soll sie verschwinden, wird sie größer. Viele bekommen Angst, wenn sie erkennen, wie unwägbar die Zukunft ist. Und reagieren rein rational. Doch das ist falsch.

Denn Unwägbares befeuert den allgemeinen Glauben an Berechnungen, Prognosen und Trends. Dies geht nur solange gut, wie sich ein Trend fortsetzt.

Wie wir wissen, ist nichts auf längere Sicht beständig. Dauernd verändert sich etwas.

  • Die Kunden wenden sich ab und suchen nach neuen Angeboten.
  • Die Politik schafft neue Regeln und Gesetze.
  • Mitbewerber pushen den Markt mit neuen verlockenden Waren.
  • Qualifizierte Mitarbeiter werden rar.
  • Internationale Konkurrenten verdrängen deutsche Anbieter.

Nun könnten Sie sagen: „Darauf kann man sich einstellen, das lässt sich vorausberechnen.“

Die Suche nach Sicherheit ist verständlich und notwendig. Denn Unternehmer sind verantwortlich für die Zukunft ihres Unternehmens!

Angesichts dessen vertraut die große Mehrheit auf reine Vernunft. Statistik, Prognosen und die Berechnung von Risiken führen den Trend in der Zukunftsplanung an.

Und das ist das Risiko schlechthin. Denn damit allein lässt sich die Komplexität des Wirtschaftsgeschehens nicht entschlüsseln.

Das Unerwartete kommt … unerwartet

Vertrauen in die Berechenbarkeit der Zukunft minimiert lediglich die Angst vor der Zukunft, nicht aber ihre Ungewissheit. Denn alle Berechnungen der Zukunft stützen sich auf Erkenntnisse aus der Vergangenheit. Das hilft aber nicht. Denn Veränderung bedeutet das Ende der Vergangenheit.

Was lange währt, wird selten endlich gut.

Das passierte auch 2008, als der Finanzcrash die Finanzwelt schockierte. Sie waren der „Truthahn-Illusion“ aufgesessen, einer Sicherheit, die sich aus der Vergangenheit speiste.

Die Truthahn-Illusion: 1000 Tage lang wird der Truthahn gefüttert, gehegt und gepflegt. Mit jedem Tag verfestigt sich bei ihm die Gewissheit, dass dies immer so weiter gehen würde. Die Überraschung an Thanksgiving erwischt den Truthahn ohne Vorwarnung: Statt Futter kommt der Tod.

Für die Illusion des Truthahns spricht, dass er die Erfahrung der Endlichkeit des Futtertrends zum allerersten Mal bei seinem Tod macht. Manager jedoch sollten aufgrund ihrer Erfahrung zumindest ein gewisses Bauchgrummeln verspüren, wenn ein Trend allzu lange anhält.

Was wirklich hilft, ist Ihr Bauchgefühl

Immer, wenn Sie der festen Meinung sind, etwas werde grundsätzlich ebenso funktionieren wie bisher, ist Misstrauen angesagt.
Das Bisherige kann weiterhin richtig sein. Oder aber nicht.

Ihre Intuition, das Bauchgefühl gibt Ihnen Signale, auf die Sie hören sollten. Denn intuitiv erfassen Sie die Lage in ihrer ganzen Komplexität, ohne sie rational durchdacht zu haben.

Also sollten Sie, anstatt sich bloß auf Zahlen, Diagramme und Theorien zu konzentrieren, Ihrer unternehmerischen Intuition vertrauen. Die äußert sich zum Beispiel so:

  • Ist Misstrauen gegen eine Entscheidung angesagt, fühlen Sie sich möglicherweise „irgendwie“ unwohl. Vielleicht wollen Sie noch einmal alle Perspektiven beleuchten, weil Sie vage befürchten, etwas Entscheidendes zu übersehen. Sogar körperliche Signale können Sie warnen: Bauchgrimmen, plötzlicher Kopfschmerz oder Schwindelgefühle.
  • Ganz anders ist es, wenn Ihr Bauchgefühl Ihnen die Entscheidung abnimmt. Wie aus heiterem Himmel wird Ihnen der ganze komplexe Sachverhalt klar und Sie wissen, was der nächste richtige Schritt ist. Nur belegen können Sie das nicht, jedenfalls nicht belastbar.

Das Bauchgefühl ist ein prima Helfer, den Sie nicht ignorieren sollten, was leider leicht passiert. Denn er kommt sanft daher, macht sich nur leise bemerkbar.
Deshalb müssen Sie sich ihm immer wieder bewusst zuwenden. Indem Sie eine Pause machen, sich für kurze Zeit vom Denken ausklinken. Oder Ihre Lieblingsmusik hören. Aus dem Fenster schauen. Einen Kaffee trinken … Finden Sie einfach heraus, was Ihnen hilft, zu sich selbst zu kommen. Sodass Ihr Bauchgefühl Ihren Entscheidungen auf die Sprünge helfen kann.


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