5 Steps – So prägen Coachs ihre Marke

Eine Marke ist viel mehr als nur Name und Logo: Sie bietet die Identifikation mit dem Coach und seiner besonderen Dienstleistung, vielleicht sogar seine Zugehörigkeit zum größten Coaching-Verband an. Buche ich einen bekannten Coach, bekomme ich nicht nur sein Knowhow, seine Empathie und Kompetenz, sondern obendrauf ein Werte-Plus, das mein Selbst-Wert-Gefühl stärkt. Marken sind deshalb erfolgreich, weil sie Gemeinschaft, positives Feedback und Beständigkeit versprechen.

Zugehörigkeit ist ein tiefes Bedürfnis fast aller Menschen, das sie mit der Marke gratis erhalten.

Warum Marken manchmal floppen

Die Vorbedingung einer Marke ist Beständigkeit der Kernbotschaft. Dies vergessen manche Coachs.

Erinnern Sie sich an Karstadt und die Namensänderung in Arcandor? Großer Fehler! Die Kunden-Karstadt-Gemeinschaft lehnte den neuen Namen ab. Und weil das übrige Angebot gleich blieb, kamen auch keine neuen Käufer. Riesenflop, Karstadt wurde wieder Karstadt.

Ändere niemals den bekannten Namen, denn er ist dein Botschafter!

Bei Krisen des Coaching-Marktes – wenn zum Beispiel die Nachfrage sinkt – darf die Veränderung nur im Rahmen der Marke passieren.

Große Anbieter können eine Beschädigung ihrer Marke vielleicht überstehen. Selbständige Coachs nicht.

Wie Marken entstehen

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wie sich Ihre Marke entwickelt.

  1. Sie vertrauen dem Zufall.
  2. Sie steuern den Markenaufbau.

Den ersten Weg können Sie wählen, wenn Sie von Ihrem Naturell her eine sehr starke Persönlichkeit sind und Ihr Angebot den Zeitgeist und Nerv der Kunden trifft. Das gelingt manchmal auch einem Alleinunternehmer. Zwei Beispiele aus der Wirtschaft:

  • Henry Ford entwickelte sein Automobil über einen langen Zeitraum. Doch die Menschen blieben skeptisch. In einer Folge von Versuch und Irrtum verbesserte Ford seine Ideen und Konzepte, bis die Marke wie nebenbei entstand.
  • Steve Jobs war schneller erfolgreich. Seine Entwicklung traf unmittelbar das Bedürfnis nach einem PC, der einfach zu bedienen war.

Weder Sie noch ich sind Henry Ford oder Steve Jobs. Deshalb reicht es nicht, ein gutes Angebot zu haben. Lenken Sie die Markenbildung, damit sie Ihr Botschafter wird.

5 Steps, die Ihre Marke prägen, wenn Sie es nicht tun

Weil Marken auch ohne bewusste Steuerung – in Resonanz auf die Coach-Persönlichkeit – entstehen, zeige ich Ihnen in der folgenden Infografik, wie das geschieht.

Innerhalb dieses Prozesses können Sie Ihre Marke steuern. Nutzen Sie die einzelnen Steps zu Ihrer Orientierung. Aber Achtung: Die Entwicklung baut auf den Entwicklungen der vorherigen Steps auf. Das sollten Sie respektieren.

Schauen Sie sich zuerst die Infografik an und lesen Sie danach, was Sie tun können und warum.

Ihre_Marke_so_entsteht_sie

1. Step: Die Idee

Der beste Zeitpunkt für die Markenplanung ist die Phase der Ideenfindung.

Sie haben längst gegründet und wachsen bereits? Lassen sie uns trotzdem hier beginnen. Die Erinnerung hilft Ihnen bei späteren Veränderungen.

Stellen Sie sich einmal folgende Fragen: Woher kam Ihre Gründungsidee?

  • Wollten Sie unabhängig werden?
  • Vom Nachdenken, tüfteln … Brainstorming?
  • Hatten Sie gerade eine Coachingausbildung gemacht?
  • Aus Gesprächen mit Freunden, Kollegen?
  • Aus dem Gründungscoaching?
  • War sie „plötzlich da“?

Nicht nur Ihre Kompetenz als Coach, sondern auch emotionale Beweggründe und „Zufälle“, die zur Idee führen, formen Ihre Marke.

Denn Marken sind fast untrennbar mit der Persönlichkeit der Gründer verbunden. Diese Verbindung knüpft sich mit der ersten Idee.

Die Persönlichkeit prägt die Marke. Lenken Sie diesen Prozess bewusst!

2. Step: Das Konzept

JedeR Coach macht aus seiner Idee ein marktfähiges Konzept – oder sollte das tun. Dies ist ein weiterer Träger für die Markenbotschaft. Marke und Konzept müssen zueinander passen.

Passen sie nicht zusammen, merken potenzielle Kunden das und buchen woanders.

Ein Beispiel: Wie so oft sehe ich eine aufgeblähte Präsentation in einer Coaching-Website. Flash, Popup, Videos und ein Riesenangebot. Ich gucke in „Über uns“, weil ich wissen will, wer alles zu diesem Unternehmen gehört, mit den vielen verschiedenen Angeboten. Und es stellt sich heraus, dass es sich um einen einzelnen Coach handelt, mit einer Vita, die etliche Kompetenzen für solch umfassendes Angebot vermissen lässt. Das ist dumm.

Auch für die Website-Besucher, die genau eins dieser Angebote suchten und jetzt schnell wegklicken, weil a) ein solches Angebot zu einem Einzelnen nicht passt und b) man sich vom Aufgeblähten abgestoßen fühlt.

Überlegen Sie anhand der folgenden Fragen, was Ihr Konzept beinhaltet.

  • Welche Probleme löst Ihr Angebot, welche Wünsche erfüllt es?
  • Wer sind Ihre KlientInnen?
  • Wie groß soll Ihr Unternehmen werden?
  • Wie und wo arbeiten Sie am liebsten? Im Büro? Homeoffice? Online nur mit Laptop und Smartphone, damit Sie alles von der Côte d’Azur aus im Griff haben?
  • Wie (ehrlich) kommunizieren Sie mit Ihren Kunden über Ihren Qualitätsbackground als Coach?
  • Welche Wege bevorzugen Sie für Akquise, Werbung und Marketing?
  • Wie lösen Sie Probleme in Ihrem Geschäft?

Ihr Konzept, nämlich wie Sie Ihr Geschäft gestalten und mit Ihren KlientInnen, MitarbeiterInnen oder PartnerInnen umgehen, beeinflusst die Botschaft Ihrer Marke.

Die Menschen fühlen sich mit Ihnen und Ihrem Angebot wohl, weil Sie erkennbar sind. Mit Ihren Ecken und Kanten. Das ist der wichtigste Grund – neben der Qualität Ihrer Kompetenz, weshalb man zu Ihnen kommt. Der Beweis, dass Ihre Marke echt ist.

3. Step: Die Kultur

Mit der Umsetzung des Konzepts wird Ihr Angebot unverwechselbar. Denn jetzt bildet sich die Arbeitskultur. Sie ist praktisch die „Seele“ des Geschäfts und für jeden Beteiligten spürbar. Das spricht sich rum.

Ist die Coaching-Kultur angenehm, macht sie die Marke attraktiv. Man möchte dazugehören.

Dazu ein Beispiel aus der Wirtschaft: das schwedische Möbelhaus. Man duzt sich und isst Köttbullar wie alle, findet die passende Einrichtung und besondere Angebote für Kinder, man gehört zur I***-Familie. Der Familienpass weist das aus. Ein außerordentlich erfolgreiches Konzept.

Die sicht- und spürbare Coaching-Kultur bestärkt die Marke, Ihren Namen in seiner Bedeutung für das notwendige Vertrauen, das jedeR Coach garantieren muss.

Folgendes hat Ihre Unternehmenskultur bereits verinnerlicht:

  • die Idee, aufbauend auf Kompetenz und Persönlichkeit
  • die Art und Weise Ihrer Ideenfindung,
  • das Konzept und
  • Ihre Vorlieben, Räume, Methodenauswahl,
  • Ihre Kommunikation und Präsenz,
  • Ihre Problemlösungsstrategien und
  • Ihre Emotionen.

In den Anfangszeiten „interessiert“ sich die Arbeitskultur besonders für Ihre Problemlösungen. Die hebt sie für den Umgang mit späteren Problemen auf. So stehen sie zur rechten Zeit zur Verfügung. Eigentlich ganz praktisch …

4. Step: Das Wachstum

Während Ihre Coaching-Praxis wächst, füllen sich die Ordner im „Archiv“. Ihre Marke wächst mit.

Leider nicht immer in die gewünschte Richtung. Denn Ihre Arbeitskultur hebt nicht nur die Likes der Fangemeinde auf, sondern auch negative Kritiken und Skandale.

Doch keine Panik. Entscheidend für die Außenwirkung ist nicht nur, was passiert, sondern wie sie damit umgehen. Denn das wird nach wenigen Wiederholungen zur Gewohnheit und teilt sich dem Klientel mit.

Gewohnheiten vereinfachen zwar die Arbeitsabläufe und die Kommunikation. Aber negative Gewohnheiten etablieren sich genauso schnell wie positive. Deshalb bewerten Sie Folgendes:

  • Ihre Überzeugungen und Ziele,
  • Ihren Umgang mit Fehlern und Schwächen,
  • Ihr ethisch-moralisches Verhalten,
  • die (informelle) Hierarchie: welche KlientInnen bevorzugen Sie, welche nicht,
  • die Art Ihrer Begegnung mit Ihren KlientInnen.

Gewohnheiten, Fehlerkultur, Emotionen, Widerstand und Widersprüche, der positive oder negative Umgang miteinander – all das etabliert sich und wirkt auf die Marke ein.

Gewohnheiten sind hartnäckig und teilen sich anderen mit. Deshalb: Bewerten Sie sie und ändern Sie, was nötig ist.

5. Step: Die Fixierung

Und das sollten Sie schnell tun. Sobald Widersprüche, Konflikte und andere Probleme auftauchen: Klären und lösen Sie sie sofort. Je länger Sie warten, desto schwieriger wird es, umzusteuern. Weil sich sonst Gewohnheiten bilden, die Sie mit der Zeit aus dem Blick verlieren.

Denn wie gesagt: Nicht nur positive Entwicklungen prägen Ihre Marke, sondern auch negative. Selbst wenn Sie meinen, das bliebe „unter uns“, Stimmungen strahlen aus. Der Markt spürt Schieflagen und reagiert nachtragend.

Gewohnheiten verfestigen sich umso mehr, je länger Sie am Markt sind. Später lassen sie sich nur mühsam und mit hohem Zeitaufwand umkehren. Diese Fixierung der Arbeits-Kultur wird oft mit dem unsichtbaren Teil eines Eisbergs verglichen.

Fährt man mit dem „Schiff der Veränderung“ dagegen, schlägt es leck. Wie es bei der Namensänderung von Karstadt passiert ist.

Leiten Sie Änderungen so früh wie möglich ein! Damit weder Ihr guter Ruf noch die Freude am Coaching leidet.

 

Fazit

Eine Marke ist kein Extra, das Sie beliebig auf Ihre Produkte aufkleben können. Sie entsteht und lebt mit Ihnen und Ihrem Unternehmen. Diese Wechselwirkung macht sie sowohl anfällig als auch lenkbar. Selbst in der Fixierung, dem 5. Step, können Sie Fehlentwicklungen noch korrigieren.

Wenn Sie Einzelunternehmer sind: Unterschätzen Sie diese 5 Steps nicht. Wenden Sie sie auch auf Ihre kleine Parxis an.


Newsletter Psychologisches Coaching

Interessiert? Dann melden Sie sich hier an.

Sie erhalten ab und zu neue Blogartikeln, Anleitungen und Hinweise auf Vorträge sowie Preview auf aktuelle Angebote.

Ihre Daten sind bei uns absolut sicher und werden nicht weitergegeben.